Red Bull Airrace

Dieses Wochenende hiess es: Pferde beim Rennen, oder „Pferde“ beim Fliegen … Da entschied ich mich doch lieber für die fliegenden 240 Pferdestärken beim Red Bull Airrace an der Corniche in Abu Dhabi …

Das Red Bull Air Race ist die Formel 1 der Lüfte. Die besten und erprobtesten Piloten der Welt treten in superleichten und extrem wendigen Rennflugzeugen auf einem bodennahen Slalomkurs mit riesigen Pylonen gegeneinander an und trotzen bei scheinbar halsbrecherischen Flugmanövern Beschleunigungen von über 10G bei Geschwindigkeiten von um 370km/h. Die Rennen finden u.a. in Perth, Rio de Janeiro, New York, Lissabon, oder eben Abu Dhabi statt.

Ziel des Rennens ist es, einen mit aufblasbaren Pylonen gesteckten Kurs möglichst schnell abzufliegen und die dabei vorgeschriebenen Manöver korrekt auszuführen. Die Pylonen sind 20 Meter hoch und stehen in einem Abstand von 10 – 14 Metern zueinander. Wird das Pylonen-Gate nicht in der richtigen Höhe oder im richtigen Winkel durchflogen gibt es Strafsekunden.

Hier in Abu Dhabi war der Saisonauftakt 2010. Los ging es am 26. März mit dem Qualifying, welches ich mir jedoch schenkte. Ich hatte aber gelesen, dass man abends ab 18.00 Uhr auf dem eigens eingerichteten Flughafen die Flugzeuge besichtigen kann. Da wollte ich natürlich unbedingt hin. Da Bettina den ganzen Tag unterwegs war konnten wir erst etwas später los und kamen somit erst um 18.45 Uhr am Flugplatz in der Mina an. Eigentlich ja kein Problem, jedoch kamen uns schon wieder alle Leute entgegen und die die Securitys am Eingang wollten uns nicht mehr reinlassen. Wir versuchten den beiden zu bequatschen, was jedoch nicht half. Ich hatte das Ganze ja schon abgeschrieben, Bettina machte jedoch nicht locker. So rief sie kurzerhand ihre Freundin Cheryl an, die aus dem gleichen Dorf in Kanada wie einer der Flieger kam. Cheryl gab Bettina die Nummer von Dave, dem Vater von Pete McLeod, welchen sie natürlich gleich ganz dreist anrief. Und siehe da, er meinte, wir sollen am Eingang warten und er würde uns abholen … Yipee !!!

Keine 5 Minuten später kam dann auch schon Dave mit zwei Pässen für uns und nahm uns mit auf den nun fast menschenleeren „provisorischen“ Flugplatz. Der Flugplatz wurde eigens für das Red Bull Airrace aufgebaut und bestand aus jede Menge Hangars. Dave nahm uns mit zum Hangar seines Sohnes. Dort erklärte er uns erstmal das Flugzeug, eine Edge 540, von Pete. Wir erfuhren jede Menge über das Flugzeug, das Rennen und über Dave. Etwas später schaute auch Pete kurz vorbei und wir wechselten ein paar Worte … Nach einer Stunde brach das Team dann auch auf und wir verliessen mit ihnen wieder die Hangars. Was für ein Tag …

wir vor der Edge 540 von Pete McLeod

und wir hinter dem Motor, dem Lieblingsmotiv von Dave :)

Am 27. März stand dann das eigentliche Rennen an. Wie wir am Tag zuvor von Dave erfahren haben hatte Pete noch die Chance über eine Wild-Card ins Rennen zu kommen. Die Entscheidung fand um 14.30 Uhr statt. Und da Bettina da schon auf dem Weg nach Dubai war entschloss ich mich, schon früher an die Corniche zu gehen um Pete zu sehen.

An der Corniche war die Hölle los und ich bekam glücklicherweise einen relativ guten Parkplatz am Breakwater. Ich hatte mir überlegt, ob man evtl. vom Heritage Village aus das Rennen sehen kann und machte mich auf den Weg dorthin. Plötzlich rief jemand von hinten, dass ich kurz warten solle. Ich drehte mich um, sah jedoch niemanden den ich kannte und lief weiter. Dann rief es nochmal. Ich checkte nochmals und sah jemanden winken den ich nicht kannte. Ich überlegte kurz einfach weiterzulaufen, drehte jedoch um und lief auf den Mann zu … und das wie sich herausstellte zu meinem Glück. Der Mann war Ibrahim, der zwei VIP Karten für das Rennen hatte, jedoch nur eine benötigte. Daher bot er mir eine Karte an. Also hiess mein Ziel nun nicht mehr Heritage Village, sondern der VIP Race Club direkt am Wasser … Wir wurden von netten Mädels begrüsst, bekamen noch ein Wristband und dann lag das Rennen zu unseren Füssen. Vom Race Club aus hatte man von bequemen Sofas einen wunderbaren Blick auf den Rennkurs und das noch bei kostenlosem leckerem Buffet und Trinken. So lässt es sich aushalten … :)

Ibrahim und ich relaxt im Race Club

Zu meiner Freude schaffte es dann Pete im Wild-Card Rennen auch noch, sich für das Finale zu qualifizieren. Pete McLeod ist mit 26 Jahren der jüngste Pilot beim Red Bull Airrace.

Pete McLeod beim Wild-Card Rennen

Ibrahim und ich entspannten bei einer Cola und Red Bull und genossen den schönen Tag. Als es dann mit dem „richtigen“ Rennen los ging ging es Schlag auf Schlag. Ein Pilot nach dem anderen raste mit über 300 km/h an uns vorbei durch die Pylonen. Die blauen Pylonen mussten horizontal durchflogen werden, die roten vertikal. Es gab zwei Strafsekunden wenn die Pylonen zu hoch oder zu niedrig oder im falschen Winkel durchflogen wurden. Für das berühren einer Pylone gab es sogar sechs Strafsekunden.

Durch den Wüstenwind und die Hitze (es waren über 40 Grad Celsius) hatten einige Piloten Probleme. So wurde neben Hannes Arch wurde auch Matthias Dolderer und Kirby CHambliss wegen „Dangerous Flying“ disqualifiziert. Kaum ein Pilot kam ohne Probleme, Penalty oder Pylonen-Hit durch den Rennkurs.

Michael Goulian vor dem Hilton Hotel

Nigel Lamb

Pete schaffte es sich für die Final 8 zu qualifizieren und lag gut im Rennen. Durch einen kleinen Fehler verpasste er leider den Sprung in die Final 4. Dort lieferten sich Paul Bonhomme, Nigel Lamb, Peter Besenyei und Michael Goulian ein spannendes Rennen, welches der Brite Paul Bonhomme für sich entscheiden konnte. Mit 1:14:06 Minuten flog er die schnellste Zeit und sicherte sich den ersten Platz. Pete McLeod flog das beste Rennen seiner noch jungen Karriere und wurde letztendlich fünfter.

Nigel Lamb, Paul Bonhomme und Peter Besenyei (v.l.n.r.)

Ich schaute mir noch die Siegerehrung an und liess den Tag dann mit einem Eis am Wasser ausklingen … Ein sehr schöner Tag, der ohne die Zufallsbekanntschaft Ibrahim nicht möglich gewesen wäre …

Sascha beim ausklingen … :)

Da ich, wie oben schon erwähnt, dummerweise auch eine halbe Dose Red Bull getrunken habe ging das “ausklingen” etwas länger als erwartet. Durch den Koffein-Schock lag ich noch um 3.00 Uhr hellwach im Bett, als Bettina von ihrem Auslfug nach Dubai zurück kam. Endlich schlafen konnte ich dann erst gegen 7.00 Uhr morgens, und dann auch nur bis ca. 10.00 Uhr …

Hier noch ein paar Impressionen von der offiziellen Red Bull Airrace Seite. Ein ca. ein-minütiges Video mit den Highlights aus Abu Dhabi: